Turbinicarpus viereckii

Werdermann, Monatsschrift der DKG, 3:175, 1931

Simplex, globosus, vertice lana alba clausus aculeisque pullis superatus; costae ca.15-18, in mamillas laxe ordinatus dissolutae; mamillae ca. 6 mm altae, basi irregulariter 6-angulares, apice truncatae; areolae orbiculares vel ellipticae, floccosae mox glabrescentes; aculei radiales ca. 20, albi, laeves aciculares, horizontaliter divaricati, ??? recti, basi incrassati; centrales 4, crassiores, albi, cuspidem versus pulli, basi incrassati; flores singularis lana verticis exorti, infundibuliformes, roseo-violacei, sepala oblonga, petala oblongo-lanceolata, filamenta purpurea, antherae luteae, stylus stigmatibus 4 albis stamina superans; fructus seminaque ignota.

Körper bei den vorliegenden Exemplaren einfach, fast kugelig, bis 6 cm im Durchmesser, mattgrün, bläulich (schilferig) überhaucht. Scheitel kaum eingesenkt, aber dicht weisswollig und von dunkelfarbigen Stacheln überragt. Rippen ca 15-18, fast völlig in Warzen aufgelöst. Warzen nur durch schmale Brücken miteinander verbunden, im Grundriss wabenartig sechseckig, meist etwas längsgestreckt, in der Nähe des Scheitels ca. 6 mm hoch, zur Basis der Pflanze verflachend. Warzenspitze ein wenig zitzenförmig vorgezogen, abgestutzt, oberhalb der Areole etwas verlängert, gewissermassen als Furchenansatz und besonders an dieser Stelle bei jüngeren Areolen mit dichten Flocken weisser Wolle bedeckt. Areolen fast 2 mm im Durchmesser, rundlich oder elliptisch, in der Jugend weisswollig, später verkahlend, wobei die Wollflocken aus dem Furchenansatz am oberen Ende der Areole am längsten erhalten bleiben. Randstacheln etwa 20, zuweilen einige mehr oder weniger, bis 1 cm lang, horizontal spreizend, die meisten zur Seite oder schräg nach unten gerichtet, diese auch länger als die oberen. Alle gerade oder nur wenig gebogen, glasig weiss, nadelförmig, stechend, glatt, am Grunde hellbraun und schwach zwiebelförmig verdickt. Mittelstacheln 4, über Kreuz stehend, schräg vorgestreckt, bis 2 cm lang, kräftiger als die Randstacheln, aber auch nadelförmig, glatt, milchig weiss, etwa von der Mitte ab bräunlich werdend und mit dunklerer, fast schwarzer Spitze besonders in der Scheitelgegend, am Grunde bräunlich und zwiebelig verdickt. Später vergrauen alle Stacheln mehr oder weniger. Zuweilen entwickeln sich im oberen Teil der Areole 1-3 Randstacheln wie Mittelstacheln, bleiben aber kürzer und schwächer als diese.

Blüten einzeln der Scheitelwolle entspringend, im ganzen knapp 2 cm lang, geöffnet ca 1.8 cm breit, trichterförmig. Fruchtknoten ca. 3 mm im Durchmesser, von der Röhre durch eine flache Einschnürung abgesetzt, glatt, blassgrün. Röhre mit wenigen Schuppen besetzt, die allmählich in die äusseren Hüllblätter übergehen. Diese sind ca. 0.7 cm lang, 3-4 mm breit, am Rande fast glatt, am Ende gerundet mit kleinem abgesetztem Spitzchen, blassviolettrot am Rande, mit dunklerem Mittelstreifen. Innere Hüllblätter etwas länger und schmäler, ganzrandig, mit vorgezogenem Spitzchen, rosaviolett. Blütenschlund blassgrün. Staubfäden oben purpurrot, unten grünlich, Beutel orangegelb. Griffel cremefarbig, Narben 4, schneeweiss, aufgerichtet spreizend, eben die Staubgefässe überragend, aber viel kürzer als die Hüllblätter. Frucht und Samen unbekannt.

Heimat: Mexiko, im Tal von Jaumave, Staat Tamaulipas.

Die Art wurde von H. W. Viereck entdeckt, dem zu Ehren sie auch benannt ist. Sie gehört zur Untergattung Thelocactus K. Sch. und ist mit Ects. Beguinii Web., Ects. Sauerii Boed. und Ects. Gielsdorfianus Werd. verwandt, von denen sie aber sowohl durch die Bestachelung wie Blütenmerkmale gut zu unterscheiden ist.


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